Die International Organization for Standardization (ISO)
von Herman R. am 13/10/11 um 8:54 am
Die International Organization for Standardization ist die bekannteste der drei größten Institutionen, die internationale Normen entwickeln und veröffentlichen. Die anderen beiden sind die deutlich älteren Organisationen IEC und ITU, die sich mit Normen im Bereich Elektrik, beziehungsweise Telekommunikation befassen.
Mitglieder der ISO-Organisation sind die nationalen Organisationen, jeweils eine für jedes zusammenhängende Wirtschaftsgebiet. In Deutschland das Deutsche Institut für Normung (DIN), Mitglied der ISO. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele DIN-Normen auch als ISO-Standards definiert sind. Zum Beispiel wurde 1975 in DIN 8601 eine Schreibweise für das Datum, in der Form Jahr-Monat-Tag (2011-12-31) festlegt. Diese Definition finden Sie auch im ISO-Standard 8601.
Aufgaben der Standardisierungsorganisationen
Organisationen wie die DIN waren ursprünglich Gremien verschiedener Industrieunternehmen mit dem Ziel, die internen Standards der Unternehmen zu vereinheitlichen, um den Austausch von Teilen im Bereich Maschinenbau zu erleichtern. Ein bekanntes Beispiel sind Maschinenschrauben mit metrischem Gewinde, die nach dem Durchmesser des Gewindes M5, M6, M8 etc. bezeichnet werden. Solche Schrauben können unabhängig von erteilten Aufträgen gefertigt und angeboten werden. Um solche Schrauben in einer Konstruktion anzuwenden, können die Maße aus der Norm übernommen werden.
Privatwirtschaftlich orientierte Unternehmen
Normungsinstitutionen sind privatwirtschaftlich organisiert. Die Texte der Normen, die sie erarbeiten, sind daher nicht kostenlos verfügbar. In den Bibliotheken von (technischen) Universitäten sind diese allerdings vorhanden, so dass Studierende von Ingenieurstudiengängen sie kostenfrei nutzen können. In Deutschland vertreibt das DIN über einen angeschlossenen Verlag sowohl DIN- als auch ISO-Normen. Inzwischen hat sich das Aufgabengebiet, insbesondere der ISO, deutlich erweitert. Neben den rein technischen Standards gibt es die Reihe ISO 26000 für soziale Verantwortung in Unternehmen, ISO 31000 für Risiko-Management ISO 50001 für Energiemanagement ISO 14000 für Umweltmanagement und die vergleichsweise bekannte ISO-9000-Reihe für Qualitätsmanagement. Außerdem führt das ISO auch Zertifizierungen nach diesen Standards sowie entsprechende Schulungen durch.
Wo kommen ISO-Normen vor?
Die Arbeit der Normungsinstitutionen findet normalerweise eher unbeachtet von der Öffentlichkeit statt. Einige bekannte Ausnahmen sind die Werte für der Messung der Filmempfindlichkeit in der Fotografie (früher die DIN-Zahl, heute der ISO-Wert), im Computerbereich das Iso-Image (ein Format für CDs, DVDs und so weiter, genormt in ISO 9660) und die ISO 9000 Reihe mit der das Qualitätsmanagement in Unternehmen standardisiert wurde. Aber auch wenn Ihnen die Namen diese Standards bekannt sind, muss Ihnen nicht bewusst sein, dass sich dahinter Normen verbergen. Auch die Details einer Norm sind häufig unbekannt. Zum Beispiel definiert der ISO-Standard für die Empfindlichkeiten von Filmen und digitalen Kameras nicht nur einen linearen Wert, der dem alten amerikanischen ASA-Standard entspricht, sondern auch einen logarithmischen Wert entsprechend der DIN-Zahl. Wie früher bei der DIN-Zahl üblich, wird dieser Wert mit einem Gradzeichen gekennzeichnet, also beispielsweise ISO 100/21° oder ISO 12500/42° (3° entsprechen der doppelten Empfindlichkeit).
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